Umgebautes Gewässerarchiv an der Schmalwassertalsperre eröffnet

Umgebautes Gewässerarchiv an der Schmalwassertalsperre eröffnet

von Wolfgang Möller

Archiv auf drei Säulen

Tambach-Dietharz. (tlz) Die Schmalwassertalsperre ist gegenwärtig nicht am Verbundnetz. Die Thüringer Fernwasserversorgung hat vor einigen Jahren ihren Sitz nach Erfurt verlegt. Was lag da näher, als die ehemalige Dienststelle im Schmalwassergrund zum Mehrzweck- und Archivgebäude umzubauen? Freitagnachmittag war Einweihung des Talsperren- und gewässerkundlichen Archivs und des Archivs zur Geschichte der deutschen Wasserwirtschaft mit einem Tag der offenen Tür. Nach dem offiziellen Teil, der Enthüllung der Archivtafel und der Schlüsselübergabe konnten sich die Tambacher in der neuen Einrichtung informieren.


Evelyn Scholz übernahm den Schlüssel aus den Händen von Landwirtschaftsminister Volker Sklenar (CDU)

Der Geschäftsführer des TFW-Verwaltungsrates Ralf Rauch hatte „zu dem historischen Ereignis“ eingeladen. Die zahlreichen Gäste vertraten die Talsperrenstadt, den Landkreis sowie wasserwirtschaftliche Organisationen und Vereine aus Thüringen und benachbarten Bundesländern. Die Grußworte hielten Landwirtschaftsminister Volker Sklenar (CDU), der Präsident des Deutschen Talsperrenkommitees Jens Peters und der Vorsitzende der Deutschen Wasserhistorischen Gesellschaft Wolfram Such. Außerdem tagte der Verein zur Förderung des Archivs zur Geschichte der deutschen Wasserwirtschaft e.V. (FöV AGWA) unter Leitung seines Vorsitzenden Hans-Georg Spanknebel.

Rauch würdigte die lange hervorragende Zusammenarbeit mit Minister Sklenar bei der Planung, Organisation und Finanzierung des Wassergeschäftes. So auch beim Aufbau des Wasserarchivs. Sklenar spannte einen weiten Bogen vom Bau des Leinakanals, des Flößgrabens und der Gothaer Talsperre bis hin zur Bedeutung eines solchen Archivs, „nämlich der Sammlung, Aufbewahrung, Ordnung und Nutzung wasserwirtschaftlich historischer Unterlagen.“

Peters erinnerte mit dem Goethewort, passend zum 260. Geburtstag des Dichters: „Man kann das Gegenwärtige nicht ohne das Vergangene bewältigen“, an den Welttalsperrenkongress in Tambach-Dietharz und an die Unterzeichnung des Wassergenerationenvertrages am höchsten Steinschüttdamm in Deutschland. Such freute sich, 14 Jahre nach Einweihung der Schmalwassertalsperre nun der Einweihung des Archivs beiwohnen zu können und dankte allen beteiligten Unternehmen, der Planungsgesellschaft und der TFW. Die Baumaßnahmen bewegten sich im geplanten Kostenrahmen in Höhe von 585 000 Euro.

Das Archiv steht auf drei Säulen, die durch die Trennung des hoheitlichen Teiles des Archivkörpers (Talsperren- und gewässerkundliche Akten aus Thüringen) von dem privaten Teil (Unterlagen der DWhG und von Privatpersonen), entstanden sind: Die TFW, die per Gesetz mit der Führung eines Thüringer Talsperren- und gewässerkundlichen Archivs (TGA) verpflichtet ist, der FöV AGWA und die Förderstiftung für die Geschichte der Wasserwirtschaft und deren deutsches Archiv. Die beiden Letztgenannten sind nun in erster Linie für die Organisation sowie für die ideelle und finanzielle Förderung verantwortlich. Neben Akten zu den Thüringer Talsperren und zur Gewässerkunde des Freistaates erfolgt auch die Aufbewahrung von Nachlässen aus Privatarchiven und Sammlungen wasserwirtschaftlichen Inhalts. Der Verein wurde bereits im Mai und die Stiftung im November 2008 gegründet.

Stiftungsgründer mit seinem eingebrachten Anfangskapital von 50 000 Euro ist Wolfram Such. Sie dient der Förderung der wissenschaftlichen Bildung und Forschung, Archivierung, Dokumentation und Information auf dem Gebiet der Geschichte des Wasserwesens und der Wasserwirtschaft.

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