Jahresversammlung 2008 in der Thüringer Aue in Leina

Jahresversammlung 2008 in der Thüringer Aue in Leina

Leina. (tlz/mwe) Wer die engagierte Truppe um den Vorsitzenden Wolfgang Möller kennt, der weiß, dass sich die Leinakanalfreunde nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Dabei haben sie allen Grund zum Feiern, denn sie sind schließlich der aktuelle Denkmalschutzpreisträger des Landkreises Gotha .

Bereits am 7. November ließen es sich deshalb die Vereinsmitglieder bei einem gemeinsamen Essen in den Räumlichkeiten der Volkssolidarität gut gehen. Zuvor stand jedoch auch an diesem Tag die Bildung im Vordergrund. Unter der sachkundigen Leitung des Bauhistorikers Udo Hopf besichtigten sie die Kellerräume des Rathauses sowie das im Umbau befindliche ehemalige Augustinerkloster.

Nur vier Wochen später trafen sich die Leinakanalfreunde erneut – diesmal zu ihrer Jahreshauptversammlung. Als Tagungsort wählten sie ihr Stammlokal „Thüringer Aue“ in Leina, wo bereits 1869 die 500-Jahr-Feier des Leinakanals stattgefunden hatte.

Als Gäste konnte Wolfgang Möller den Gothaer Bürgermeister Werner Kukulenz in seiner Eigenschaft als Baudezernent sowie die Leiterin des Sachgebietes Naturschutz und Landschaftspflege beim Umweltamt des Landratsamtes Gotha Petra Schache begrüßen.

Kukulenz hatte unmittelbar vor der Versammlung an einer Vorortbesichtigung des nahe gelegenen Aquädukts – dem größten Sorgenkind des Vereins – teilgenommen. „Solange das Aquädukt von den ehemaligen Besitzern und jetzigen Rechtsnachfolgern derart stiefmütterlich behandelt wird, rühren wir die Öffentlichkeitstrommel“, betonte Möller im von ihm vorgetragenen Tätigkeitsbericht des Vereins.

Laut Kukulenz bedeutet das Aquäduktproblem „keine Ignoranz der Stadtverwaltung, sondern die Fülle der Aufgaben ist nicht immer sofort lösbar“. Er stellte jedoch Mittel in Höhe von 30.000,00 Euro für das Aquädukt in Aussicht, die im kommenden Jahr in den städtischen Haushalt für 2010 eingestellt werden sollen.

Angesichts des weltweiten Tages des Ehrenamtes konstatierte er: „Die Kommunen werden in Zukunft auf solche Männer und Frauen wie Sie angewiesen sein.“ Am Engagement der Leinakanalfreunde wird es auch in Zukunft nicht mangeln. In der Diskussion forderten sie deshalb Fördermittel zum Erhalt und Unterhalt des Leinakanalsystems, regelmäßige Gewässerschauen sowie die Entwicklung eines Zweckverbandes aller Anliegerkommunen. Gudrun Ritz wurde für die Leitung des Vereinsbüros ausgezeichnet, dass es seit Gründung des Freundeskreises gibt.

In der Versammlung wurde nicht nur Rückschau auf das Erreichte gehalten, es wurden auch schon Pläne für das kommende Jahr geschmiedet. Wolfgang Möller konnte bereits jetzt einen anderthalbseitigen „Plan der Vorhaben für 2009“ präsentieren.

Die Palette der geplanten Aktivitäten reicht dabei von öffentlichen Vorträgen, Wanderungen und Exkursionen bis hin zur Mitarbeit beim Aufbau eines Talsperrenarchivs in Tambach-Dietharz und zum Erstellen eines Gutachtens zum Zustand des Aquädukts.

Dabei werden Partner wie die Deutsche Wasserhistorische Gesellschaft, die Frontinus-Gesellschaft sowie der Gothaer Altstadtverein aktiv eingebunden. Einer der vielen Höhepunkte wird sicherlich die anlässlich des Gothardusfestes geplante Vorstellung eines von einem Autorenkollektiv verfassten Buches über den Leinakanal sein. Darauf werden nicht nur die Leinakanalfreunde gespannt sein.

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