Exkursion an den Elsterfloßgraben bei Zeitz

Exkursion an den Elsterfloßgraben bei Zeitz

von Günter Rennau

Leitung: Wolfgang Möller

Umzeichnung des Elsterfloßgrabens von G. Rennau

Vom bespannten Schlingel an den Elsterfloßgraben

Am 9. April 2010 unternahmen neun Mitglieder des Freundeskreises Leinakanal unter Leitung seines Vorsitzenden Wolfgang Möller eine Exkursion an den Elsterfloßgraben bei Zeitz. Es wurde mit privaten Pkws über die Autobahn A 4 nach Gera gefahren. Nordwestlich von Gera trafen wir in Crossen Prof. Dr. Max Linke, der uns mit detaillierter Orts- und Sachkenntnis führte. Die Geschichte dieses künstlichen Fließgewässersystems lässt sich in drei große Etappen gliedern: Bau des Grabens, Unterbrechung durch den Braunkohlentagebau und Wiederbelebung durch einen Förderverein.

Max Linke

Der Elsterfloßgraben wurde später erbaut als der Leinakanal (Beginn 1578 durch Oberbergmeister Martin Planer), und er diente ausschließlich dem Transport von Scheitholz für Salinen sowie der Versorgung von Halle und Leipzig bis 1864 mit einer Gesamtlänge von 390 km. Im Gegensatz zum Leinakanal ist er nicht mehr durchgängig erhalten, durch Tagebaue unterbrochen und nur noch teilweise mit Wasser gefüllt („bespannt“ wie der Fachmann sagt).

Crossen Abschlag

Beim Haltepunkt Crossen Ort querten wir die Eisenbahngleise und fuhren dann auf dem Feldweg zwischen der Bahnstrecke und dem linken Ufer der Weißen Elster zum Floßhaus. Hier wird noch heute ein Teil des Elsterwassers abgezweigt. In der bereits 2009 entworfenen Karte „Der Elsterfloßgraben“ ist in der Legende wohlweislich zm Begriff Floßgraben noch hinzugefügt „z.T. trocken“. Am „Othmig“, unterhalb des Ortes Wetterzeube, rund 5 km Luftlinie nordöstlich vom Anfang des Floßgrabens, wird er zur Weißen Elster vollständig abgeschlagen. Von hier bis nach Draschwitz – nordöstlich von Zeitz – ist das Grabenbett trocken. Dennoch wurden mehrere Aquädukte aufgesucht und fotografiert.

In Schkauditz betrachteten wir das romanische Kirchlein aus dem 12. Jh., in dessen Außenwand später die schwer zu entziffernde Jahreszahl „1517“ eingemeißelt worden war – zur Erinnerung an den Thesenanschlag in Wittenberg. Unterhalb verläuft im Dorf der Kanal auf einem Damm, nahe von den Häusern. Als man das Kanalbett Anfang der 2000er-Jahre wieder mit Wasser füllte, protestierten die Anlieger, weil ihre Keller nass wurden. Unterhalb der Brücke von der Umgehungsstraße bei Grana wird der Hasselbach unter dem Elsterfloßgraben unterdükert.

Die Halde bei Predel ist seit ihrem Aufschütten inzwischen schon bewaldet. Das entnimmt man der topographischen Karte im Maßstab 1:200 000 vom Jahre 2005. Hier verschwand der Floßgraben im Untergrund. Das ist heute nicht mehr der Fall. Der trockene Graben endet jetzt bereits in Draschwitz. Hier hatten wir in den riesigen Braunkohlentagebau von Profen blicken können. Das war für die meisten von uns der Höhepunkt des Tages.

PS. „Und im übrigen sind wir der Meinung, dass der Elsterfloßgraben wieder bespannt werden muss.“ (Max Linke)

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