Den (ur)alten Schlingel in den Fokus rücken

Den (ur)alten Schlingel in den Fokus rücken

von Wolfgang Möller

Jahresabschlußveranstaltung des Freundeskreises Leinakanal an traditionsreicher Stätte

Auf die nächsten 20 Jahre der ehrenamtlichen Arbeit zur Erhaltung unseres (ur)alten Schlingels. Foto: Erika Gessner

Leina. Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. Für die „Schlingelfreunde“ ist es das 650. Jubiläum des Leinakanalbaues im Jahr 2019. Ein Zehn-Thesen-Papier liegt bereits vor. Doch es gibt auch kleinere Ereignisse, die gefeiert werden. Am 5. Dezember waren es 20 Jahre her, dass sich in der Gaststätte „Thüringer Aue“ in Leina ein Dutzend Heimatfreunde getroffen hat, um den Arbeitskreis Leinakanal beim Urania Kultur- und Bildungsverein zu gründen. 2006 wurde daraus der eigenständige Verein Freundeskreis Leinakanal. Und so war es folgerichtig, am gleichen Ort und am gleichen Tag des diesjährigen Dezembers – übrigens der Tag des Ehrenamtes – die Jahreshauptversammlung des Vereins durchzuführen.

In der „Aue“ gab es selbstgebackenen Kuchen und eine Torte mit „20 Jahre Freundeskreis Leinakanal“ dekoriert. Schließlich sind die Leinakanaler seit damals dort Stammgäste. Auch die Ratsherren von Gotha pilgerten schon 1869 anlässlich der 500-Jahrfeier des Leinakanals in das Lokal, sicher nicht nur deshalb, weil es Freibier zum Jubiläum gab. Zum 20-Jährigen waren fast alle Mitglieder des 25-köpfigen Freundeskreises da. Zu Beginn wurde der verstorbenen Mitglieder Hartmut Kraußer und Harry Vorreiter gedacht. Vereinschef Jürgen Becker hielt Rückschau über das vergangene, erfolgreiche Jahr. Schatzmeister Siegfried Stech legte die gute finanzielle Lage offen.

„Wir purzeln bestimmt am Aquädukt den Hang herunter mit unserem Durchschnittsalter von 76,5 Jahren“ sagte Becker in seinem Bericht. Gemeint war mit diesem Augenzwinkern, dass sich die Ziele und Aufgaben des Vereins im Laufe der zwei Jahrzehnte geändert haben. Wurden früher Arbeitseinsätze, Wanderungen und Exkursionen organisiert, so beschränken sich die heutigen Aktivitäten altersbedingt doch mehr auf die Öffentlichkeitsarbeit, sprich Publikationen, Führungen, Partnerschaften, Kontakte… Er bezog sich auch damit auf die Gedanken seines Vorgängers Horst-Dieter Ritz, der für verstärkte Basisdemokratie plädierte. Gemeint war, dass sich alle Mitglieder leitungsunabhängig in die Arbeit für das denkmalgeschützte Gewässersystem Leinakanal/Flößgraben einbringen sollen.

Und sie haben sich im vergangenen Jahr eingebracht! Stellvertretend sind neben Jürgen Becker und Siegfried Stech auch Helmut Deubner, Werner Erlebach, Uwe Heustock, Helga Raschke, Horst-Dieter Ritz, Dieter Vogel und Helmut Wettengl zu nennen. Als Beispiele dienen solche herausragenden Projekte, wie die Teilnahme an der Geo-Park-Route 13, die Betreuung der Seminarfacharbeit über Hugo Mairich, die Führungen in der Leinakanal-Ausstellung und in der historischen Pumpanlage oder der Vertrieb des Leinakanal-Buches und der Brunnen-Broschüre. Eine neue Publikation ist in Arbeit, ihr Titel: „Quellen und Brunnen im Gothaer Land“, Erscheinungstermin: 2019, unter Mitarbeit neuer, junger Co-Autoren. Das lässt doch hoffen, den Altersdurchschnitt der Mitglieder etwas zu senken und den Fortbestand des Vereins zu sichern.

Dieses Aquarell von Monika Wilde soll das Leitbild zum 650. Jubiläum des Leinakanals werden. Repro: Wolfgang Möller
Die Schlingelfreunde auf einer fröhlichen Wanderung im Leinatal. Foto: Wolfgang Möller
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