Baulärm am Aquädukt bei Leina/Sundhausen

Baulärm am Aquädukt bei Leina/Sundhausen

von Horst-Dieter Ritz

Wichtige Etappe der Sanierung des denkmalgeschützten Leinakanals abgeschlossen

Ende September 2013 traf sich eine kleine Gruppe von Wasserexperten an der Südseite der historischen Wasserbrücke, über die der Leinakanal die ehemalige Bahnlinie bei Leina/Sundhausen überquert.

Übergabe dieses Bauabschnittes am Aquädukt. Foto: Jürgen Becker

Völlig unspektakulär wurde ein Bauabschnitt offiziell abgeschlossen, der für die Erhaltung dieses Kulturdenkmals lebenswichtig war. Die Arbeiten umfassten die Erneuerung des Absetzbeckens, der Bedienungsstege, der Schutzgitter sowie des Wasserbaupflasters im Ufer- und Sohlenbereich. Jetzt kann kein Wasser mehr unkontrolliert in die Fundamente der Brücke eindringen. Auf diesen Mißstand hatten viele Heimatfreunde und besonders der Freundeskreis Leinakanal e.V. (FKL) bereits seit fast einem Jahrzehnt aufmerksam gemacht. Der Übergang des Wasserlaufs in die 2004 eingebaute neue Edelstahlwanne war so marode, dass nach Einschätzung von Fachleuten, wie dem Wasserbau-Ingenieur Hartmut Kraußer aus Ohrdruf, die Existenz des gesamten Leinakanal-Systems gefährdet war.

Die Firma Salzmann – Garten- und Landschaftsbau aus Winterstein hatte die Arbeiten übernommen. Jeanette Richter (Gewässerunterhaltungsverband Flößgraben/Leina) und Detlef Knobloch (Gewässerwart der Stadt Gotha) nahmen das Projekt ab. Jürgen Becker, stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises Leinakanal e.V., der sich dieses Ereignis nicht nehmen ließ, war voll des Lobes: „Unser Herz schlägt für das Kulturdenkmal Leinakanal/Flößgraben. Und das Aquädukt ist der attraktivste Teil des Kanals. Mit dem neugegründeten Gewässerunterhaltungsverband kann es gelingen, dass uns dieses technische Meisterwerk – ich meine das Leinakanal-System mit seiner Vielzahl von Einzelbauwerken – als Gesamtheit erhalten bleibt. Jetzt brauchen wir noch mehr Helfer, die uns in der Öffentlichkeitsarbeit, durch Spenden und Arbeitseinsätze tatkräftig unterstützen.“

An verschiedenen Stellen des Kanals tut sich bereits etwas. In Schönau v.d.Walde wurden Maßnahmen zur Abdichtung verkarsteter Abschnitte realisiert. 16 Tonnen Ton wurden in den unterirdischen Raum gepresst. Das Wehr und eine Strecke des Kanalprofils wurde erneuert. Die Gothaer Firma Hohbohm und Grünwald, die vom GUV mit Abdichtungsarbeiten im Dammbereich des Leinakanals im Raum Sundhausen beauftragt wurde, hat die Bauarbeiten Anfang Oktober 2013 abgeschlossen. So konnte die Wasserkunst auf dem Gothaer Hauptmarkt – wie vom Gewässerunterhaltungsverband Flößgraben/Leina vorgesehen – ab dem 10.10. in diesem Jahr noch für einige Tage sprudeln bis sie zur alljährlichen Winterruhe überging.

Die Schlammschicht ist deutlich zu sehen und im gesamten Verlauf des Kanals so zu erwarten

Ideen gibt es in Fülle. Eine der wichtigsten ist die Wiederbelebung der Leinafege. Sie wäre sicher genau so lebenswichtig wie die Sanierung der Einzelbauwerke (Brücken, Wehre usw.). Immerhin kann sich jeder Leinakanalfreund oberhalb der jüngsten Baustelle am Aquädukt anschaulich überzeugen, dass sich inzwischen zirka ein halber Meter Schlick und Schlamm (wohl im gesamten Verlauf des Kanals) abgesetzt hat und somit die Kanalsohle so weit anhebt, dass die Verkleinerung des Profilquerschnitts den Damm hangabwärts bedroht. Die Wühltätigkeit der Nager und verfaulte Wurzeln tuen das Übrige.

Erste hilfreiche Aktivitäten, um die Leinafege wiederzubeleben, wären bereits die Entfernung von Schwemmgut und das Schneiden von Wildwuchs. Dazu gibt es bereits Partner, die der Freundeskreis Leinakanal motivieren und unterstützen möchte. Der ROTARY Club Gotha und die Kooperative Gesamtschule Herzog Ernst haben sich vorgenommen, vielleicht schon in diesen Herbstferien eine Strecke vom Aquädukt bis zur Weißen Brücke am Boxberg von Unrat, Ästen usw. zu beräumen. Wie wir auch von anderer Stelle hören, gibt es weitere Interessenten, denen die Erhaltung unseres „uralten Schlingels“ am Herzen liegt. Wir freuen uns über jeden Helfer und Sympathisanten.

Jetzt kann kein Wasser mehr unkontrolliert in die Fundamente der Brücke eindringen (siehe 2. Absatz dieses Artikels)

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